Ein Brautstrauß vom Florist kostet je nach Größe und Blumenwahl schnell 80–180 €. Dabei lässt er sich mit ein bisschen Übung erstaunlich gut selbst binden — und du bestimmst am Ende genau, wie viel Geld und welche Blumen hineinfließen. Wir zeigen dir, wie es geht, ohne dass am Hochzeitstag etwas schiefgeht.

Übe vorher: Bind mindestens einen Test-Strauß mit günstigen Blumen vom Wochenmarkt, bevor du mit den „echten“ Blumen arbeitest. Der Spiralgriff braucht ein bisschen Gefühl in den Händen — das kommt erst nach dem zweiten oder dritten Versuch.

Was du brauchst: die Materialliste

Die Grundausstattung bekommst du im Bastel- oder Blumenfachhandel und im Onlinehandel für Floristikbedarf.

Material Menge Kosten
Blumen (saisonal) ca. 15–25 Stiele 20–40 €
Grün/Füllgrün (Eukalyptus, Ruskus) 1 Bund 5–8 €
Bindedraht oder Bindegummi 1 Rolle 2–3 €
Floristenband (Stem Tape) 1 Rolle 3–4 €
Blumenschere/Rosenschere 1 Stück 8–15 €
Satinband zum Umwickeln 2–3 m 4–6 €
Stecknadeln mit Perlkopf 1 Päckchen 3 €

Summe: rund 45–80 € — je nach Blumenauswahl und Straußgröße. Zum Vergleich: Ein Florist berechnet für Material und Arbeitszeit meist das Zwei- bis Dreifache. Wer zusätzlich Deko fürs Fest selbst macht, findet in unserer DIY-Tischdeko-Anleitung weitere Ideen, um mit denselben Materialien Geld zu sparen.

Die richtige Blumenauswahl fürs Budget

Nicht jede Blume eignet sich gleich gut — und nicht jede ist gleich teuer. Diese Faustregeln helfen:

  • Saisonal kaufen: Pfingstrosen im Mai/Juni, Dahlien im Spätsommer, Ranunkeln im Frühling. Außerhalb der Saison importiert, wird’s schnell teuer.
  • Eine Hauptblume, zwei Nebenblumen: Zum Beispiel Rosen als Hauptblume, dazu Wachsblume und Schleierkraut als günstige Füller. Das wirkt gebunden edler als zehn verschiedene Sorten.
  • Vom Großmarkt oder Wochenmarkt: Deutlich günstiger als im Blumenladen, besonders bei größeren Mengen.
  • Stielzahl planen: Für einen klassischen Rundstrauß reichen meist 15–20 Stiele plus Füllgrün.

Schritt für Schritt: So bindest du deinen Brautstrauß

  1. Blumen vorbereiten: Alle Stiele auf gleiche Länge (ca. 40–50 cm) schneiden, untere Blätter entfernen, damit später kein Grün im Wasser fault.
  2. Mit der Hauptblume starten: Die erste Blume locker in der Hand halten, das ist die Mitte deines Straußes.
  3. Spiralgriff aufbauen: Jede weitere Blume leicht schräg im gleichen Winkel dazulegen und dabei den Strauß in der Hand langsam drehen. So entsteht die typische, runde Spiralform.
  4. Füllgrün einarbeiten: Zwischen den Blumen verteilen, das gibt Struktur und kaschiert Lücken.
  5. Bindestelle fixieren: Sobald die gewünschte Form erreicht ist, mit Bindedraht oder Bindegummi straff umwickeln.
  6. Stiele kürzen: Alle Stiele auf gleiche Länge unterhalb der Bindestelle abschneiden.
  7. Griff umwickeln: Mit Floristenband, dann mit dem Satinband dekorativ umwickeln und mit einer Stecknadel fixieren.

Der Spiralgriff einfach erklärt

Der Trick ist, den Strauß beim Zufügen jeder Blume immer in dieselbe Richtung zu drehen — nicht die Blume um den Strauß, sondern den ganzen Strauß in der Hand. Dadurch legen sich die Stiele automatisch schräg übereinander, halten von selbst und der Strauß bleibt oben rund statt flach.

Wann binden? Timing und Haltbarkeit

  • Ein bis zwei Tage vorher: Für die meisten Schnittblumen ideal. Strauß nach dem Binden in kühles Wasser stellen, an einem dunklen, kühlen Ort lagern.
  • Am Morgen der Hochzeit: Bei sehr empfindlichen Blumen wie Pfingstrosen oder Ranunkeln sicherer, aber stressiger im Zeitplan — plane dafür bewusst Puffer ein.
  • Frisch halten: Stiele kurz vor dem Fest noch einmal schräg anschneiden, das verlängert die Haltbarkeit um mehrere Stunden.
  • Transport: Strauß liegend in einer Kühlbox oder im Auto mit Klimaanlage transportieren, nie in der prallen Sonne.

Trockenblumen-Variante: haltbar und als Erinnerung

Wer den Stress mit frischen Blumen ganz vermeiden möchte, bindet den Brautstrauß aus Trockenblumen — Lavendel, Strohblumen, Papierblumen oder Ähren eignen sich hervorragend. Vorteile: Du kannst Wochen vorher in Ruhe binden, nichts welkt am Hochzeitstag, und der Strauß wird danach zur dauerhaften Erinnerung an eurem Hochzeitstag. Wie du Trockenblumen für die ganze Hochzeitsdeko einsetzt, zeigen wir ausführlich in unserem Artikel zu Hochzeitsdeko mit Trockenblumen.

Kosten selbst binden vs. Florist

Selbst gebunden liegst du meist bei 45–80 €, ein Florist berechnet für einen vergleichbaren Rundstrauß häufig 100–180 €, bei aufwendigen Sorten auch mehr. Der Unterschied ist vor allem Arbeitszeit und Beratung — die du dir mit dieser Anleitung und etwas Übung selbst aneignest. Wer insgesamt am Hochzeitsbudget sparen will, findet in unserem Überblick heiraten mit kleinem Budget weitere Stellschrauben, an denen sich oft noch mehr sparen lässt als beim Brautstrauß allein.

Häufige Fragen

Wie schwer ist es wirklich, einen Brautstrauß selbst zu binden? Mit etwas Übung machbar. Der Spiralgriff braucht ein, zwei Testläufe, danach klappt es meist gut. Plane für den echten Strauß genug Zeit und Ruhe ein.

Wie viele Blumen braucht man für einen Brautstrauß? Für einen klassischen mittelgroßen Rundstrauß reichen etwa 15–20 Stiele plus Füllgrün. Kleinere, lockere Sträuße kommen mit weniger aus.

Was, wenn ich mir am Ende doch nicht zutraue, selbst zu binden? Dann ist die Trockenblumen-Variante eine gute Alternative — sie verzeiht mehr Fehler, da nichts welkt, und du kannst in Ruhe mehrere Versuche machen, bevor du dich für den finalen Strauß entscheidest.


Preise sind Orientierungswerte (Stand 2026) und schwanken je nach Region, Saison und Blumenauswahl. Keine Garantie auf Verfügbarkeit einzelner Sorten.